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Taufe

 

Die Taufe ist DAS Sakrament, das alle Christen miteinander verbindet. Über die Grenzen von Konfessionen hinweg ist sie sichtbares und wirksames Zeichen für die Zuwendung Gottes zu den Menschen.

 

Den Auftrag zur Taufe hat die Kirche von Jesus Christus selbst erhalten. Am Ende des Matthäus-Evangeliums sagt er zu seinen Jüngern:

 

Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und machet zu Jüngern alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. Lutherbibel (1984): Matthäus 28,18-20

 

An diesen Taufbefehl wird bei jeder Taufe erinnert. Er gilt als ein Vermächtnis, dass der auferstandene Christus seinen Jüngerinnen und Jüngern hinterlassen hat und das die Kirche bis heute bewahrt hat.

 

Gleichwohl hat die Taufe durch die Jahrhunderte auch Veränderungen erfahren. Ursprünglich wurde sie durch Untertauchen vollzogen. In manchen Kirchen kann man bis heute die tiefen, alten Taufbecken bewundern, in denen die kleinen Kinder untergetaucht wurden. Diese Praxis praktizieren die Christen der orthodoxen Kirchen sowie vieler Freikirchen bis heute.

 

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Die Taufe als Reinigung



Foto: Sven Simon

Am Ufer des Jordan predigte Johannes der Täufer Buße und Umkehr. Wer zu ihm wollte, musste die Wüste Judäas durchqueren. Wer diesen Weg durch die Wüste, die zugleich als Ort der Gottesferne galt, auf sich genommen hatte, erreichte den Jordan durstig, schmutzig und staubig.

 

Wenn er nun mit Johannes in den Jordan stieg, wurde aller Schmutz und Staub durch das Wasser abgewaschen. Zugleich wurde auf diesem Weg deutlich: alles Böse, Hässliche und Schlimme - alles, was dich in deinem Leben von Gott getrennt hat, wird durch das Wasser weggespült - wie der Staub und der Schmutz von deiner Haut. Nun gilt: du kannst neu anfangen mit Gott. Was vorher war, gilt nicht mehr.

 

Wer zu Gott umkehrt, der bekommt neues Leben geschenkt. So kann Martin Luther viele Jahrhunderte später die Beichte als eine Rückkehr in die Taufe bezeichnen. So wie in der Taufe alles weggespült wird, was dich von Gott trennt, so ist auch bei der Vergebung der Sünden alles weggenommen, was dich von Gott trennt. Du bist so sauber, als ob du gerade aus dem Wasser gestiegen wärest.

 

Was gewesen ist, gilt nicht mehr - du bist ein neuer und gestärkter Mensch. Du darfst neu anfangen.

 

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Taufe als Adoption


 

In der Geschichte von der Taufe Jesu wird eine weitere Bedeutung des Tauf-Zeichens deutlich.

Das Markus-Evangelium erzählt:

 

Jesus kam aus Nazaret in Galiläa zu Johannes und ließ sich von ihm im Jordan taufen. Als er aus dem Wasser stieg, sah er, wie der Himmel aufriss und der Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabkam. Und eine Stimme aus dem Himmel sagte zu ihm: »Du bist mein Sohn, dir gilt meine Liebe, dich habe ich erwählt.« Gute Nachricht Bibel: Markus 1,11-13

 

An der Geschichte wird deutlich: so wir Gott zu Jesus sagt: "Du bist mein Sohn.", so werden auch wir durch die Taufe zu Kindern Gottes; so wie bei der Taufe der Geist Gottes auf Jesus kommt und ihn erfüllt, so erfüllt Gott auch uns mit seinem guten Geist.

 

Dass wir durch die Taufe Gottes Kinder werden, das bedeutet zugleich: wir bekommen jede Menge neuer "Geschwister". Mit der Taufe werden wir Teil der weltweiten Gemeinschaft aller Christen. Diese Gemeinschaft nennt das Neue Testament "Kirche".

 

Aber wie es unter Geschwistern und in einer Familie so ist:

Man versteht sich nicht mit jedem. Das gilt auch für die Kirche. Es gibt Menschen, mit denen wir uns gut verstehen und solche, mit denen wir uns schwer tun. Dennoch können wir auf die Gemeinschaft nicht verzichten: in ihr können wir Halt finden, den Glauben stärken, gemeinsam Fragen und Suchen - und die Gemeinschaft mit Gott feiern.

 

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Taufe als Zeichen von Tod und Auferstehung

Die dritte Bedeutung der Taufe hält der Apostel Paulus im Brief an die Gemeinde in Rom fest:

 

Ihr müsst euch doch darüber im Klaren sein, was bei der Taufe mit euch geschehen ist. Wir alle, die »in Jesus Christus hinein« getauft wurden, sind damit in seinen Tod hineingetauft, ja hineingetaucht worden. Durch diese Taufe wurden wir auch zusammen mit ihm begraben. Und wie Christus durch die Lebensmacht Gottes, des Vaters, vom Tod auferweckt wurde, so ist uns ein neues Leben geschenkt worden, in dem wir nun auch leben sollen. Gute Nachricht Bibel: Brief an die Römer 6, 3+4

 

In dieser Deutung wird das Wasser zu einer großen bedrohlichen Flut, in der der "alte Mensch" untergeht, wie die Menschheit in der SIntflutgeschichte in der Flut ihrer Schuld versunken ist.

Aber der Mensch bleibt ja nicht unter Wasser, sondern taucht wieder auf - er steigt aus der Flut heraus, von Gott gerufen. Nach dem Untergang erwartet den Menschen, das Kind Gottes, ein neues Leben. Ein Leben das frei ist von allem, was von Gott trennt.

 

 

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